Montag, 18.06.2012

Trotz schönstem Flugwetter ist Gallus auch heute in der Horst-Nische geblieben. Das junge Bartgeierweibchen hat den ganzen Tag ausgiebig gefressen, Flugübungen gemacht und sich ausgeruht. Das Bild, das von der Fotofalle aus dem Horst stammt, zeigt, wie sie gerade ein Stück Futter packt.
Bernd hat hingegen bewiesen, dass sie schon eine sehr gute Fliegerin ist. Mehrmals ist sie im Bereich des Hornis gekreist und schliesslich fast auf dessen Gipfel gelandet.

Sonntag, 17.06.2012

Sehr viele Leute haben das schöne Wetter genutzt, um den Beobachtungs-Posten und die beiden Junggeier zu besuchen. Gallus hatte am Morgen ausgiebig gebadet und sass dann für die Besucher und Besucherinnen gut sichtbar im Horst. Bernd konnten wir dabei beobachten, wie sie immer mal wieder hin und her spazierte. Nur ganz kurz hat sie ihre Flugkünste demonstriert.

Samstag, 16.06.2012

Heute, um 9.37 ist Bernd zum ersten Mal geflogen (Bild)! Sie ist in den Felsen etwas ausgerutscht; um sich aufzufangen, hat sie die Flügel ausgebreitet und ist dann gleich zu ihrem ersten Segelflug gestartet. Zwei Minuten lang ist das junge Bartgeier-Weibchen über der Nische gekreist und ist schliesslich etwas unsanft, aber unverletzt wieder gelandet. Kurz danach hat Bernd Besuch vom letztjährigen Wildbrut-Vogel erhalten. Er hat sie aber nicht dazu animieren können, nochmals zu fliegen. Stattdessen ist sie im Laufe des Nachmittags in der Horni-Flanke hoch geklettert, bis es nicht mehr weiter ging. Gallus hat nur gestaunt über ihre jüngere Kollegin. Und sich dann alleine hinter die Futterbrocken gemacht.

Freitag, 15.06.2012

Gallus und Bernd haben Besuch von einem älteren Artgenossen erhalten. Der wahrscheinlich 2011 geborene Junggeier hat keine gebleichten Federn, was zusammen mit seinem Alter darauf schliessen lässt, dass er in der Natur geschlüpft ist. Wo genau, lässt sich aber nicht sagen. Er ist mehrmals über dem Horni und auch knapp über der Nische gekreist (auf dem Bild überfliegt er einen im Schnee liegenden Gamsbock). Gallus und Bernd haben grosse Augen gemacht, sich aber nicht zum Fliegen animieren lassen.

Donnerstag, 14.06.2012

Junggeier gehen gerne auf Wanderschaft, bevor sie fliegen können. Zu Beginn der Überwachung ist es aber wichtig, sie gut im Auge behalten zu können. Deshalb ist die Nische eingezäunt, so dass die Bartgeier nicht einfach davon marschieren können.

Bernd hat heute getestet, ob wir wirklich Bartgeier-sichere Zäune aufgestellt haben. Am Morgen ist sie von der Nische auf die linke Seite bis zum Zaun gewandert, wo sie aber keinen Durchschlupf gefunden hat. Am Abend war dann die rechte Seite dran. Da es auch dort kein Durchkommen gab, hat sie sich etwas frustriert entschieden, ein Stück die Felsen hoch zu klettern. Gallus, ein bisschen weniger mutig als Bernd, ist ihr flügelschlagend hinterhergehüpft (Bild).

Mittwoch, 13.06.2012

Nicht nur die ausgewilderten Bartgeier, auch andere Wildtiere können mit etwas Glück im Calfeisental beobachtet werden: Gämsen, Steinböcke, Hirsche, Steinadler, Füchse und Murmeltiere. Heute ist dieser schöne Gamsbock in grossen Sprüngen am Beobachtungshüttli vorbei galoppiert.

Gallus und Bernd haben, nach dem ruhigen Tag gestern, ein paar neue Ecken in der Nische entdeckt und auch fleissig Flugübungen gemacht. Später sitzen beide, ihr Gefieder pflegend, wieder an ihren Stammplätzen.

Dienstag, 12.06.2012

Es ist Fütterungstag (Bild von der Fotofalle in der Nische). Alle zwei bis drei Tagen klettern wir zur Nische hinauf und werfen den Bartgeiern aus Distanz ein paar Brocken Futter hin. Wir wollen den Kontakt zu den Junggeiern möglichst gering halten, damit sie sich nicht an uns gewöhnen und Futter nicht mit Menschen in Verbindung bringen.

Zur Abwechslung hat es heute mal nicht geregnet, sondern den ganzen Tag geschneit. Gallus und Bernd sind in der Nische gut geschützt. Ihr dichtes Federkleid isoliert hervorragend gegen Kälte und hält die Nässe ab.

Montag, 11.06.2012

Interessant: Anstatt zu schlafen, macht Gallus in der Nacht Flugübungen! Dies zeigen uns einige Bilder von der Fotofalle aus der Nische (hier ein Bild vom 28. Mai um 3 Uhr Nachts). Im Hintergrund sieht man den schlafenden Bernd, wie es eigentlich um diese Uhrzeit zu erwarten ist.

Sonntag, 10.06.2012

Bei trübem Wetter ist es angenehm, in der Wärme zu sitzen und die Junggeier vom Trockenen aus beobachten zu können!
Weil Gallus und Bernd durch die Montage der GPS-Sender gestern etwas zerzaust wurden, müssen sie nun ihr Gefieder wieder flugtauglich machen und gründlich pflegen.

Samstag, 09.06.2012

Bernd (Bild) scheint es gar nicht zu gefallen, dass sie heute nochmals von uns behelligt wird. Wir müssen die beiden Bartgeier nochmals kurz einfangen, um die GPS-Sender zu montieren. Wichtig ist, dies möglichst kurz vor dem Ausfliegen zu machen. So können wir den Sender optimal der Grösse der Jungtiere anpassen. Sobald die beiden fliegen und etwas grössere Runden drehen, erwarten wir die ersten Positionsmeldungen. Und dank der GPS-Sender können wir auch später die Streifzüge der beiden verfolgen.